W 3-Professur für Marine Experimentelle Benthosökologie

GEOMAR
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Posted on Jul 23, 2026

W 3-Professur für Marine Experimentelle Benthosökologie

Bewerbungsschluss: 15. September 2026

Die Christian-Albrechts-Universität will mehr qualifizierte Frauen für Professuren gewinnen.

An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist im Rahmen einer gemeinsamen Berufung mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel eine

W 3-Professur
für Marine Experimentelle Benthosökologie

zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu besetzen.

Die Professur ist am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (www.geomar.de) angesiedelt und wird die Forschungseinheit „Experimentelle Ökologie" innerhalb des Forschungsbereiches „Marine Ökologie" leiten.

Marine benthische Lebensgemeinschaften sind zunehmend kombinierten menschlichen Belastungen ausgesetzt, wie beispielsweise Hitzewellen, Auftrieb sauerstoffarmer Wassermassen, Verschmutzung, Überfischung oder Ozeanversauerung. Eine zentrale Fragestellung ist daher, wie sich marine benthische Arten an räumlich oder zeitlich herausfordernde Bedingungen anpassen, wie sich Lebensgemeinschaften unter dem Einfluss des Klimawandels umstrukturieren und welche funktionellen Konsequenzen solche Veränderungen für Ökosysteme haben.

Die*Der erfolgreiche Kandidat*in verfügt bereits über ein etabliertes, international sichtbares Forschungsprogramm einschließlich eingeworbener Drittmittel mit Schwerpunkt in der marinen Benthosökologie (marine Tiere und/oder Pflanzen/Makroalgen), das sich im weitesten Sinne mit der Anpassung benthischer Ökosysteme an natürliche und anthropogene Störungen befasst.

Mögliche Themen können unter anderem (ohne darauf beschränkt zu sein) sein:

  • Organismenebene: Organismenbiologie und ökophysiologische Reaktionen mariner Arten auf anthropogene Belastungen
  • Populationsebene: Analyse gegenwärtiger oder vergangener evolutionärer Anpassungen benthischer Organismen und Populationen sowie Projektionen in die Zukunft
  • Gemeinschaftsebene: Umstrukturierung benthischer Lebensgemeinschaften und Populationen sowie deren funktionelle Konsequenzen für Energieflüsse und Nahrungsnetze
  • Makroökologie: großskalige biogeographische Analysen aktueller und zukünftiger Veränderungen von Lebensgemeinschaften unter Nutzung verschiedener Methoden, z.B. eDNA, Fernerkundung, Unterwassertotografie, Kartierung oder anderer Ansätze.

Gesucht werden Kandidat*innen, deren bisherige wissenschaftliche Leistungen bereits die erfolgreiche Integration von zwei oder mehr der oben genannten Ebenen biologischer Organisation durch Publikationen belegen können. Bewerbungen von Forschenden mit einem breiten methodischen Spektrum sind ausdrücklich willkommen, darunter Labor- und Mesokosmenexperimente, Omics- und bioinformatische Ansätze, Expeditionen, Feldbeobachtungen oder Modellierungen.

Besonders interessiert sind wir an Forschungsansätzen, die integrativ ökologische Aspekte mit biogeochemischen Fragestellungen verbinden. Benthische Ökosysteme können dabei von der Küstenzone über den Schelf bis zur Tiefsee reichen. Zielorganismen und Lebensgemeinschaften müssen sich auf vielzellige Organismen (Pflanzen, Makroalgen, Tiere) konzentrieren, unter Berücksichtigung ihrer engen Assoziation mit diversen Mikroben (dem Mikrobiom. Erfahrung in der wissenschaftlichen Leitung sowie in der Koordination größerer Forschungsverbünde wird vorausgesetzt. Sehr wünschenswert sind darüber hinaus Erfahrungen im Wissenstransfer und in der Öffentlichkeitsarbeit.

Über das Kiel Marine Organism Culture Center (KIMOCC) am GEOMAR (http://www.futureocean.org/de/kimocc/) stehen hochmoderne Kultivierungsanlagen zur Verfügung, die experimentelle Arbeiten auf physiologischer, populations- und gemeinschaftsökologischer Ebene ermöglichen. Durch den Zugang zur Flotte deutscher Forschungsschiffe können Expeditionen in alle Ozeanregionen durchgeführt werden. Zudem besteht bevorzugter Zugang zu Hochleistungsrechnern sowie zum Competence Center for Genomic Analysis (CCGA) der Universität Kiel (https:/lccga.uni-kiel.de).

Die ausgeschriebene Stelle ist eine zentrale Professur innerhalb des Forschungsprogramms „Changing Earth‑Sustaining our Future", insbesondere zum Thema „Adaptation of Marine Life: from Genes to Ecosystems" der Helmholtz-Gemeinschaft im Forschungsbereich „Earth and Environment". Erwartet werden ausgeprägte Teamfähigkeit sowie die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinheiten am GEOMAR, an der Universität Kiel sowie an weiteren Helmholtz-Zentren.

Die Lehrverpflichtung richtet sich nach der jeweils gültigen Landesverordnung über die Lehrverpflichtung an Hochschulen (LWO) des Landes Schleswig-Holstein. Die Lehre ist überwiegend im englischsprachigen MSc-Studiengang „Biological Oceanography" vorgesehen, der gemeinsam vom GEOMAR und der Universität Kiel durchgeführt wird.

Auf die Einstellungsvoraussetzungen des§ 61 des Hochschulgesetzes des Landes Schleswig-Holstein wird hingewiesen. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage www.berufungen.uni-kiel.de. Weitere Informationen über die zu besetzende Stelle und die Forschungseinheit erteilt Prof. Dr. Thorsten Reusch (treusch(at)geomar.de).

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel versteht sich als moderne und weltoffene Arbeitgeberin. Wir begrüßen Ihre Bewerbung unabhängig Ihres Alters, Ihres Geschlechts, Ihrer kulturellen und sozialen Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexuellen Identität. Wir fördern die Gleichberechtigung der Geschlechter. Mehr zu unseren Werten können Sie unserem Verhaltenskodex entnehmen: https://www.uni-kiel.de/gf-praesidium/de/rechl/interne-richllinien/verhaltenskodex

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel setzt sich für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ein: Bewerbungen von Schwerbehinderten und ihnen Gleichgestellten werden bei gleichwertiger Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Ausdrücklich begrüßen wir es, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund bei uns bewerben.

Die Hochschule ist bestrebt, den Anteil der Wissenschaftlerinnen in Forschung und Lehre zu erhöhen und fordert deshalb entsprechend qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig berücksichtigt.

Bitte beachten Sie, dass wir auf die Vortage von Bewerbungsfotos ausdrücklich verzichten und daher darum bitten, hiervon abzusehen.

Schriftliche Bewerbungen in englischer Sprache mit den folgenden Unterlagen (Lebenslauf, vollständige Publikationsliste sowie eine zweiseitige Darstellung der Forschungsperspektive, ein einseitiges Lehrkonzept und eine einseitige Darstellung der wissenschaftlichen Führungskompetenz, Kopien akademischer Abschlusszeugnisse) werden unter Angabe der Privat- und Dienstadresse mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse bis zum 15. September 2026 (vorzugsweise in elektronischer Form als ein PDF-Dokument an bewerbung(at)mnf.uni-kiel.de) erbeten an den Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Olshausenstr. 40, 24098 Kiel.